ÜBER
ROSENTAGE 2011 soll der kreativen Nachbarschaft rund um den Rosenthaler Platz am letzten Wochenende im Juni die Gelegenheit bieten, sich in ihrer Vielfalt zu präsentieren und gegenseitig kennenzulernen. Hierbei hoffen wir auf große Unterstützung und aktive Teilnahme von allen Interessierten, um die Möglichkeit zu nutzen, sich und die eigene Einrichtung vorzustellen und dieses Fest zu etwas Besonderem zu machen. Dafür sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: ob Performance, Ausstellung, Film, Diskussionsrunde oder Party – jeder kann etwas beitragen.
Die verschiedenen Aktivitäten des Wochenendes werden auf einer Karte und einer Website zusammengetragen, so dass Besucher auf einen Blick sehen können, wer wie mitmacht. Am Samstag können die Besucher so die einzelnen Festteilnehmer kennenlernen, am Sonntag möchten wir alle zusammenführen. Dies könnte zum Beispiel ein gemeinsam organisiertes offenes Picknick im Weinbergspark sein, zu dem alle Nachbarn und Besucher eingeladen sind, um den Tag gemeinsam zu geneißen.
Warum ein Fest für den Rosenthaler Platz?
Der Rosenthaler Platz, einst Eingangstor nach Berlin, war ein Schauplatz ganz am Rande der Stadt. Hier bot sich die einzige Möglichkeit für Juden, die Stadt zu betreten. Ihre erste Nacht innerhalb der Stadtmauern verbrachten sie in der „Judenherberge“ direkt hinter dem Stadttor. Als die Stadtmauern schließlich abgerissen wurden und die Stadt sich ausbreitete, wurde die Gegend um den Platz zu einem belebten Viertel in der stetig wachsenden Weltmetropole – ein Markt- und Handelsplatz, Wasserloch und Theaterbezirk, in dem sich einige Familien niederließen und reich wurden, andere nur kurz verweilten und wieder andere in ständiger Armut ums Überleben kämpften. Franz Biberkopf, der Protagonist aus Döblins “Berlin Alexanderplatz”, begibt sich, kaum aus dem Gefängnis entlassen, hier in die Straßen rund um den Rosenthaler Platz, um in die dunklen Ecken der Stadt einzutauchen.
Zu DDR-Zeiten verkam der Rosenthaler Platz zu einem fast vergessenen Ort der Stadt – jedoch nicht für jene, die in den Straßen rundherum wohnten und diese weiterhin mit Leben füllten. Von den 90ern bis heute gingen und kamen Menschen, wurden Häuser besetzt und neue Geschäfte gegründet. Kräne, die sich hoch über den Häuserdächern erhoben, erzählten ihre eigene Geschichte von der Veränderung des Platzes unter ihnen. Diese Entwicklungen dauern bis heute an und lassen uns gespannt in die Zukunft blicken.
Jeder von uns hat seine eigene Vorstellung vom Rosenthaler Platz, was er uns bedeutet, was er war und was er sein kann. Was hat dich dazu bewogen den Platz aufzusuchen? Warum wohnst, lebst oder arbeitest du hier?
Was bedeutet Dir der Rosenthaler Platz?
Die Antworten möchten wir während des Wochenendes individuell ergründen und dabei unsere Nachbarschaft aufleben lassen. Die Gemeinschaft kann ihre Arbeit, ihr Leben, ihre Ideen vorstellen, erzählen und erlebbar machen – ob das Geschäfte, Organisationen oder einzelne Anwohner sind. Wir wollen die Gegenwart entdecken und gleichzeitig die Vergangenheit feiern, unsere Arbeit, Inspiration und Ideen mit anderen teilen und der Nachbarschaft eine gemeinsame Identität verschaffen. Wir kommen zusammen und laden den Rest von Berlin und der Welt ein, vorbeizukommen und den Kiez für sich selbst zu entdecken.
Macht mit!